IMG_2817_2

Manche Burgen haben einfach kein Glück. So ergeht es zum Beispiel der Burg Windeck. So ein Pech aber auch – da hilft es nicht, dass sie alt ist, dass sie erstmals im Jahre 1174 erwähnt wurde – jetzt kann sie jedenfalls nichts mehr vorweisen bis auf ein paar Türme, die äußere Festungsmauer sowie eine Wand vom Rittersaal.

IMG_2834_1

Dafür ist das, was übrig ist, geradezu stürmische Geschichte.

IMG_2861_1

Womit die Burg Windeck kein Glück hatte, waren ihre Burgherren: sie waren allesamt unruhig und bekriegten sich für ihr Leben gern, wenn sich die Gelegenheit ergab. Doch für qualitativ hochwertige Kriegsführung brauchte man Geld, um sein Heer zu halten. Deswegen wechselten sich die Besitzer ständig ab (wenn sie am Schlachtfeld starben) oder verpachteten die Burg (wenn sie gesund blieben, aber arm waren). So wechselte die Burg mehrmals pro Jahrhundert (und schlimmstenfalls innerhalb des gleichen Jahrzehnts) die Hände.

IMG_2829_1

Thüringische Landgrafen, Kölner Erzbischöfe, die Grafen von Berg, Brabanter Herzoge, Hessener Grafen, die Grafen von Nesselrode – ein ganzer Haufen von lauter Rittern.

IMG_2889_1

Das konnte ja nicht gut gehen: früher oder später hätte diese Burg zerstört werden müssen.

IMG_2841_1

Während des Dreißigjährigen Kriegs im Jahre 1646 wurde das Schloss von Schweden eingenommen. Die haben es aber nicht zerstört. Das taten die Streitmächte des Kaisers des Heiligen Römischen Reiches und tanzten auf den Trümmern. Die Sache fertig besiegelt haben die französischen Armeen 1672: sie brannten die Burg vollständig nieder. Bis 1852 wurden die Ruinen dann von der ansässigen Bevölkerung als Steinbruch verwendet.

IMG_2821_1

IMG_2839_1

1860 verkaufte Preußen das Grundstück an einen Liebhaber von Altertümlichkeiten und ganze hundert Jahre lang, bis 1961, lag die Burg bei einer und derselben Familie. Im gleichen Jahr 1860 bauten die Besitzer dort einen Minipalast auf, der jedoch von den Alliierten 1945 zerbombt wurde.

IMG_2887_1

Danach hat die örtliche Verwaltung Windeck von den Erben ganz billig abgeluchst: für 1,- DM im Jahre 1961. Dann wurde auch mit der Konservierung der Ruine angefangen.

IMG_2836_1

IMG_2818_1

Nun werden hier Theaterstücke inszeniert.

IMG_2850_1

Das ist der Bergfried, die Mauernstärke beträgt drei Meter!

IMG_2871_1

IMG_2870_1

Zum Maßstab: mein Mann. Geradezu eine Ameise!

IMG_2866_1

IMG_2867_1

Mächtig!

IMG_2819_1

Der Treppenturm ist kleiner und fast vollständig erhalten.

IMG_2881_1

Burgmauer, und dahinter die Wand des Rittersaals.

IMG_2900_1

Ein mysteriöser unterirdischer Gang!

IMG_2884_1

Vor uns hatte sich Windeck übrigens gut versteckt: wir mussten einmal anhalten, die Karte studieren und erst im zweiten Anlauf heranfahren (damals hatten wir kein Navi). Ich glaube, jetzt macht er das mit Absicht – viel zu viele Menschen hat er in seinen stürmischen Jahrhunderten schon erlebt.

IMG_2824_1

Burg Windeck, 51570 Windeck Google Maps